Gut 680 Zuschauer*innen hatten sich an diesem windigen und regnerischen Spätsommer Nachmittag am Panzenberg eingefunden. Sie sahen eine Partie in der unsere Mannschaft zunächst wie ausgewechselt spielte, im Vergleich zu den letzten Auftritten. Gewohnt sicher und abgeklärt in der Abwehr und keine Chancen des Gegners zulassend, doch mit wesentlich mehr Tempo und Zielstrebigkeit im Mittelfeld und Angriff. So dauerte es nur sieben Minuten, ehe die BSV-Fans das erste Mal jubeln durften. Bastian Redecker hatte den Schöninger Linksverteidiger Robin Kölle in Bedrängnis gebracht, der reklamierte auf Foul und tat das, was ein Fußballer in solch einer Situation nie tun darf, er hörte auf zu Spielen und protestierte lautstark beim Schiedsrichter. So hatte Redecker die entscheidenden Sekunden Zeit, um sich Platz zu verschaffen, in den Strafraum zu marschieren und den Ball am Torwart vorbei auf Fritz Kleiner zu spielen. Dieser konnte sich dann die Ecke aussuchen und ohne Mühe das Tor erzielen, 1:0 für den BSV, das erste Heimtor der Saison.
In der Folgezeit blieb unser Team die spielbestimmende Mannschaft, versuchte immer wieder schnell nach vorne zu spielen, wohingegen von den Gästen in dieser Phase so gut wie gar nichts kam. Stattdessen hatten unsere Jungs die linke Abwehrseite des FSV als Schwachstelle ausgemacht und immer wieder Angriffe über diese Seite gestartet. Das 2:0 für unsere Mannschaft, die von Co-Trainer Torsten Krieg-Hasch betreut wurde, der den erkrankten Ralf Voigt vertrat, fiel dann allerdings über die rechte Angriffsseite.
Ein langer Abschlag von Torwart Nico Weide, landete bei Bastian Redecker, der den Turbo anwarf und den Ball im Stile eines Klassestürmers überlegt ins kurze Eck versenkte. Die verdiente 2:0 Führung für den BSV, der allerdings in der Folgezeit die Gäste aus Niedersachsen nun etwas kommen ließ. Doch abgesehen von ein paar Halbchancen wurde es nicht wirklich gefährlich und so ging es mit einem 2:0 für Bremer SV in die Kabinen, nur mit 2:0 musste man aus Schöninger Sicht sagen.
In der zweiten Hälfte benötigte die Partie etwas, um an Fahrt aufzunehmen, denn eine Viertelstunde lang passierte nicht wirklich viel auf dem Platz. Unsere Mannschaft versuchte das Spiel zu kontrollieren, mit der Führung im Rücken ließ man nun den Gegner kommen. Tatsächlich wurde der FSV, der mit 13 Punkten als ungeschlagener Tabellendritter nach Bremen gereist war, nun deutlich stärker. Nach einer guten Stunde kam dann allerdings ein wenig aus dem Nichts der Anschluss, denn wirklich deutliche Chancen hatten sich die Gäste trotz Feldüberlegenheit in dieser Phase nicht erspielt. Das Tor fiel dann auch eher zufällig, als Stürmer Moussa Doumbouya im Liegen den Ball über die Linie bugsieren konnte. Nur noch 2:1 aus unserer Sicht und noch zirka 30 Minuten zu gehen in Halbzeit zwei.
Sofort nach dem Anschlusstreffer reagierte unser Trainer und brachte nicht etwa einen Abwehrspieler, um das Ergebnis zu verwalten, sondern mit dem tags zuvor verpflichteten Clinton Helmdach einen Stürmer, somit war klar, wir wollten auf das 3:1 gehen. Der Ex-Hemelinger Helmdach, der von der zweiten Mannschaft von Blau-Weiß Lohne an den Panzenberg gewechselt war, brachte gleich Belebung in unser Spiel, auch wenn man ihm natürlich anmerkte, dass ihm noch die Bindung zum Spiel fehlte. Dennoch war er an mehreren Chancen ab der 70. Minuten beteiligt, allein das erlösende Tor wollte nicht fallen.
So kam es, dass wir nicht etwa selbst den einen entscheidenden Konter fahren konnten, wie es unter der Woche ETV Hamburg vorgemacht hatte, sondern stattdessen doch noch den 2:2 Ausgleich hinnehmen mussten. Abwehrmann Tom-Luca Winter, der erst in der 76. Minute für den Torschützen Doumbouya eingewechselt worden war, hatte mit einer geschickten Aktion unsere bis dahin sichere Abwehr ausgespielt und unter dem Jubel der mitgereisten Fans, den kaum noch für möglich gehaltenen Ausgleich erzielt. Quasi mit dem Schlusspfiff hatte unsere Mittelfeldmann Daniel Michel noch eine Chance per Freistoß den Siegtreffer zu erzielen, doch sein Versuch rauschte links am Tor vorbei.
Am Ende blieb es bei der, für die Schöninger glücklichen aber aufgrund der Leistungssteigerung in Halbzeit zwei nicht unverdienten Punkteteilung. Wegen der Vielzahl an Chancen besonders in der ersten Hälfte und ab der 70. Minute hätte sich der FSV auch über ein 1:3 oder 1:4 allerdings auch nicht beschweren dürfen.
So bleiben wir nach sechs Spielen mit 5 Punkten und 4:9 Toren weiter im unteren Tabellendrittel, hat uns der Punkt natürlich nicht großartig vorangebracht. Allein, es bleibt die Erkenntnis, dass wir auch zu Hause Tore erzielen können, offensiv auch durchaus Akzente setzten können und mit Clinton Helmdach eine Option mehr fürs Offensivspiel dazu gewonnen haben.
Bereits am kommenden Sonntag, dem 06.09. gibt es am Panzenberg die nächste Chance den ersten Heimsieg zu feiern. Gegner um 15:00 ist dann die Mannschaft von Kickers Emden.