Es war ein trüber Gründonnerstag und dennoch fanden sich gut 1.100 Zuschauer*innen zum Nachholspiel des 20. Spieltags am Panzenberg ein. Sie sahen zunächst eine sehr zerfahrene Partie, bei der sich keine der beiden Mannschaften Vorteile erspielen konnte. Es gab viele Fouls, viele Unterbrechungen und wenig Fußball. Wenn dann wurde auf beiden Seiten viel mit langen Bällen operiert, aber wirkliche Torchancen gab es auf keiner Seite. Der Bremer SV hatte vielleicht optisch ein leichtes Übergewicht, aber die Gäste aus Emden hatten ein paar mehr Torchancen, auch wenn diese eher mäßiger Natur waren.
Man merkte den Teams an, dass es angesichts der Tabellensituation für beide in dieser Saison um nichts mehr geht. Wirklich ins Risiko wollte und musste keiner der beiden Teams. Kickers Emden, die zuletzt seit sieben Spielen nicht mehr verloren hatten, standen defensiv sehr kompakt und ließen unseren Spielern keinen Platz zum kombinieren. Als dann ein Emder Einwurf in Höhe der Mittellinie misslang, ergab sich zugleich die beste Szene der ersten Hälfte. Gino Schmidt hatte plötzlich den Ball und viel Platz, nahm Tempo auf und zog in den Strafraum, dort wurde er zu Fall gebracht. Es war aber wohl eher kein Strafstoß, denn Proteste blieben aus. So war der Halbzeitpfiff des Schiedsrichters die beste Nachricht aus Hälfte eins. Es ging mit einem leistungsgerechten 0:0 in die Kabinen.
Zu Ende der ersten Hälfte hatte es begonnen zu regnen, was einerseits dazu führte, dass ein Großteil der Fans von der Gegengerade Richtung Haupttribüne flüchtete und dass sich plötzlich ein ganz anderes Spiel ergab. Oder aber unser Trainer hatte die richtigen Worte gefunden, denn unser Team war plötzlich wie ausgewechselt, agiert auf dem seifigen Platz nun schnell und zielstrebig. Die Gäste aus Emden waren noch immer seltsam passiv und wirkten irgendwie unbeteiligt. So kamen wir schnell zu den ersten Torchancen in Hälfte zwei, doch noch konnte Schmidt die Kugel nicht im Tor versenken. Aber in der 54. Minute war es dann endlich so weit, ein Emder hatte im eigenen Strafraum den Ball verloren, immer eine schlechte Idee, Jan-Luca Warm profitierte vom Fehler und drosch das Leder humorlos ins Emder Tor zur BSV-Führung. Fünf Minuten später kam es dann noch schlimmer für die Gäste, Gino Schmidt wurde im Strafraum gefoult und diesmal gab es den Elfmeter, den er selbst zum 2:0 verwandelte, auch wenn Gästekeeper Luca Petzold noch dran war.
In der Folgezeit zog sich unser Team etwas zurück und überließ dem Gegner Ball und Platz, das schnelle Spiel auf dem tiefen Rasen hatte sicher auch Kraft gekostet. Auf der Tribüne wurden ungute Erinnerungen wieder wach, immerhin hatte man in den letzten beiden Spielen teils deutliche Führungen noch verspielt. Doch Kickers Emden schien weder in der Lage noch Willens das Spiel noch zu drehen, jedenfalls war kein Aufbäumen zu erkennen. Bis auf eine gute Torchance kam nicht viel von den Gästen, so als wolle man nur nichts riskieren oder als fehlte der eigene Glaube an eine Aufholjagd.
So dachte sich unsere Mannschaft, OK wenn ihr nicht wollt, dann machen wir eben die Tore. Auch diesmal ging ein krasser Fehler eines Emder Abwehrspielers voran, einmal schlecht gestanden, dann durch eine Körpertäuschung von Gino Schmidt ausgetanzt. So hatte dieser freie Bahn, um von der Strafraumkannte den Ball unten rechts ins Tor zu schießen. Das 3:0 in der 80. Minute und längst mehr als nur die Vorentscheidung. Doch ein Highlight hatte die Partei für die Zuschauer*innen noch parat. Als Gino Schmidt bemerkt, dass der Emder Torwart etwas zu weit vor seinem Kasten stand, nahm er sich ein Herz und versenkte den Ball aus gut 25m über den Keeper hinweg im Tor. Ein Treffer der Marke “Tor des Monats”, es war bereits sein 20. Saisontreffer, damit springt er auf Platz zwei der Torjägerliste.
Es war zugleich der Schlusspunkt in einer Partie, die durch die zweite Hälfte für vieles entschädigte, was beide Teams in der ersten Halbzeit vermissen ließen. So gewinnen wir im 11. Pflichtspiel endlich Mal gegen Kickers Emden, am Ende vielleicht um ein Tor zu hoch, aber wenn uns die Gäste schon so zum Tore schießen einladen, können wir die Gastgeschenke natürlich nicht ablehnen.
Durch den Sieg springen wir auf Platz sechs und erreichen die legendäre Marke von 40 Punkten, womit selbst den größten Pessimisten und Mahnern klar sein dürfte, dass es auch in der Saison 2026/27 wieder Regionalliga Fußball am Panzenberg geben wird. Eine unfassbare Leistung unserer Jungs und des gesamten Trainerstabs!
Für uns geht es nach den Osterfeiertagen am Dienstagabend im Pokal weiter. Um 19:30 treten wir im Viertelfinale beim Brinkumer SV an. In der Liga geht es am Samstag weiter, dann steigt das Spiel bei Weiche Flensburg, Anstoß ist um 13:30.