Unser Gegner
Nein, das hatten sie sich beim VfB Lübeck mit Sicherheit anders vorgestellt. Nachdem nun neun Spiele absolviert sind, also mehr als die Hälfte der Hinrunde, warten die Grün-Weißen noch immer auf den ersten Sieg der Saison. Damit steht die Mannschaft zu Recht am Tabellenende – mit fünf Punkten aus vier Niederlagen und fünf Unentschieden sowie 9:18 Toren. Nach den Auswärtsniederlagen beim Aufsteiger Atlas Delmenhorst (0:2) und bei Phönix Lübeck (0:4) sowie den Heimniederlagen gegen den HSV II (1:3) und Drochtersen/Assel (2:3) Ende August gab es seitdem keine Niederlage mehr. Zuletzt holte man drei Unentschieden in Folge. Unter der Woche erkämpfte man sich noch ein 2:2 bei Hannover 96 II, nachdem man mit 0:2 zurückgelegen hatte. Die Tore für Lübeck fielen allerdings erst kurz vor Schluss, in der 84. beziehungsweise 88. Spielminute.
Dabei hat das Team von Trainer Kevin Rodewald, der erst seit dem Sommer an der Seitenlinie steht, ganz andere Ambitionen. Verbrachte man doch zwei der sieben Spielzeiten in diesem Jahrzehnt in der dritthöchsten Liga, zuletzt in der Saison 2023/24. Doch dort hat man sich offenbar finanziell übernommen, denn im Dezember 2024 folgte nach dem sportlichen Abstieg aus der 3. Liga der finanzielle Bankrott. Nur dank einer breit angelegten Spenden- und Solidaritätsaktion, bei der unter anderem der Hamburger SV half, konnten die Insolvenz und damit verbunden der Zwangsabstieg aus der Regionalliga verhindert werden.
Aber seitdem kommt der Verein nicht zur Ruhe. Weder steht man finanziell noch sportlich gut da. Nach dem Abstieg aus der 3. Liga erreichte man in der darauffolgenden Saison noch einen achtbaren 7. Platz, in der Vorsaison rutschte man jedoch auf Platz 11 ab – ins Niemandsland der Tabelle. Auch an der Seitenlinie gab es viel Bewegung, denn Trainer Rodewald ist der fünfte Trainer seit März 2024 bei den Lübeckern.
Zur neuen Saison wollte man endlich wieder in ruhigere Fahrwasser gelangen – trotz eines Mini-Etats für einen ehemaligen Drittligisten. Man holte 15 neue Spieler, unter anderem unsere ehemaligen Spieler Elario Ghassan und Maximilian Schütt, und ließ 15 weitere Spieler gehen. Nun bleibt die Frage, ob dem Trainer die nötige Zeit und Geduld entgegengebracht wird, um das Team in der Regionalliga weiter zu stabilisieren. Von der 3. Liga redet in Lübeck zurzeit jedenfalls niemand mehr.
Unsere Lage
Nachdem ein Viertel der Saison 2026/27 absolviert ist, warten wir weiterhin auf den ersten Heimsieg in dieser Spielzeit. Gegen den VfB Oldenburg gab es unter der Woche die erwartete Niederlage. Zu stark und abgeklärt agierte der Gast. Dabei hatten wir nach wenigen Minuten sogar die erste Offensivaktion des Spiels, die jedoch ungenutzt blieb. Apropos Nutzen: Der Gast aus Oldenburg nutzte zwei Ecken und unsere unsortierte Abwehr nach deren Ausführung. Somit stand es nach nicht einmal 20 Minuten 0:2 aus unserer Sicht. Abwehrspieler Marc Schröder hatte zweimal per Kopf getroffen. Die beiden Gegentore konnte man getrost als Wirkungstreffer bezeichnen.
Allerdings kamen wir nach etwa 25 Minuten etwas besser ins Spiel. Tatsächlich erzielte Fritz Kleiner, nachdem er den Gästetorwart ausgespielt hatte, den Treffer zum 1:2. Doch der Schiedsrichter hatte ein Foul am Torhüter gesehen und verwehrte dem Tor die Anerkennung – eine zumindest umstrittene Entscheidung. Allerdings hätte dieses Tor gegen diesen starken Gegner am Ende wohl auch nicht mehr als eine Ergebniskorrektur bedeutet.
Somit ging es mit dem 0:2 in die Kabinen – ein verdienter Rückstand, denn Oldenburg machte das Spiel und nutzte die Unsicherheiten in unserer Abwehr eiskalt aus. Der VfB hätte sogar noch höher in Führung gehen können, wenn nicht müssen. Nur dank der guten Leistung unseres Torhüters Lucas Fox und der Fahne des Linienrichters blieb es beim 0:2, denn zwei weitere Treffer des VfB wurden wegen Abseitsstellungen aberkannt.
Unsere Mannschaft hatte sich in der Pause vorgenommen, möglichst schnell den Anschlusstreffer zu erzielen. Doch stattdessen folgte die sprichwörtliche kalte Dusche in Form des 0:3 durch Mats Faklam. Die Partie war damit endgültig entschieden – da waren noch nicht einmal 60 Minuten absolviert.
Folgerichtig nahm sich das Spiel nun eine Auszeit. Oldenburg kontrollierte das Geschehen auf dem Platz, ohne besonders viel investieren zu müssen. So kamen wir zu einigen guten Torchancen. Redecker traf unter anderem von der Strafraumkante nur die Latte. Wie es dann im Fußball oft kommt, bestrafte der Gegner unsere Nachlässigkeit im Angriff mit dem vierten Treffer des Nachmittags. Mittelfeldspieler Vincent Hagen, der erst zwei Minuten zuvor eingewechselt worden war, erzielte das 0:4 und damit den Schlusspunkt.
So sprach unser Trainer Ralf Voigt nach dem Spiel auch von einer verdienten Niederlage gegen einen in allen Belangen überlegenen Gegner aus Oldenburg. Die Leistung der BSV-Abwehr nannte Voigt dabei „unterirdisch“, wobei er vermutlich Torwart Fox von seiner Kritik ausnahm.
Somit bleiben wir auch im sechsten Heimspiel der Saison ohne Sieg. Die nächste Chance auf einen Heimsieg bietet sich unserem Team am 27.09. Dann ist der Tabellendritte Weiche Flensburg zu Gast. Die Aufgaben werden nicht einfacher.
Aber erst einmal haben wir die Chance, unsere gute Auswärtsbilanz von zwei Siegen aus drei Spielen in Lübeck weiter zu verbessern.
Samstag alle nach Lübeck!
Nur der BSV!
Die Fakten zum Spiel
Regionalliga Nord, 10. Spieltag
Samstag, 19.09.2026, 14:00 Uhr
Stadion an der Lohmühle, Bei der Lohmühle 13, 23554 Lübeck
VfB Lübeck – Bremer SV
Schiedsrichter: Dominik Kopmann
Assistenten: Dr. André Becker, Timo Rehder
Bisherige Begegnungen
Das Spiel gegen den VfB Lübeck gab es in der Vergangenheit 29-mal, wobei die Bilanz für die Lübecker spricht: 17 Siegen des VfB stehen zehn BSV-Siege bei nur zwei Unentschieden gegenüber. Das Torverhältnis lautet 53:60. In der Liga sieht die Bilanz nach unserem Wiederaufstieg noch düsterer aus: Von sechs Spielen gingen fünf verloren. Immerhin gelang der einzige Sieg unserer Mannschaft in diesem Zeitraum auswärts – beim 4:1 in Lübeck am 7. Spieltag der Saison 2024/25. Das macht doch Hoffnung.
Tickets
Tickets können wie gewohnt an der Tageskasse erworben oder online im Vorverkauf gekauft werden:
Zum Vorverkauf für das Spiel in Lübeck
Livestream
Das Spiel wird live bei Leagues Football übertragen.